Prozesskostenmanagement
in der IT
Planen hilft Sparen
Ein scharfer Wind weht auf dem Markt für IT Services:
Vermeintlich günstigere Nearshore- und Offshore-Dienstleister
setzen heimische Rechenzentrumsbetreiber und Entwicklungshäuser
unter Druck. Auch die internen IT-Abteilungen geraten unter
Zugzwang: Sie müssen bei gekürzten Budgets wachsende
Anforderungen ihrer internen Kunden erfüllen.
Damit externe und interne IT-Dienstleister in diesem
harten Wettbewerbsumfeld bestehen können, ist es
wichtig, die Kosten und Leistungen der IT transparent
zu machen, denn die Erfahrung zeigt: Immer wieder wird
in der Projektplanung falsch kalkuliert, und ein vermeintlich
profitables IT-Projekt entpuppt sich später als
Kostentreiber.
Wechsel in die Anwenderperspektive
Auf dem Weg hin zu mehr Transparenz ist es vor allem
wichtig, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen: Häufig
betrachten IT-Abteilungen und -Dienstleister ihre Arbeit
nur aus der eigenen Warte – zum Beispiel in Form
von Netzwerkleistung, Speicherkapazität oder Support
Calls. Aus Anwendersicht spielen diese Komponenten jedoch
keine Rolle. Sie sind nur Einzelteile des Gesamtprodukts,
das die Fachabteilung in Anspruch nimmt, zum Beispiel
eine Datenbankapplikation.
Eine wichtige Aufgabe des IT-Controllings ist es deshalb,
die verschiedenen für einen Geschäftsprozess
notwendigen IT-Services zu einem IT-Produkt zu bündeln
– einem Produkt mit klar umrissenen Eigenschaften
und einem festen Preis. Um diesen Preis zu kalkulieren,
greifen IT-Controller sinnvoller Weise auf die Prozesskostenrechnung
zurück: Mit dieser Methode lassen sich die direkten
und indirekten Kosten eines Unternehmens, die in den
operativen Systemen festgehalten sind, den jeweiligen
Vorgängen dem Aufwand entsprechend zuordnen. |

„Nicht nur die Entwicklungskosten, sondern
die gesamten Life-Cycle-Kosten bestimmen den
betriebswirtschaftlichen Nutzen der IT. ”
Dr. Andrea Marlière, Geschäftsführerin
der NetCo Consulting GmbH
|
|
Dabei zeigt die Prozesskostenanalyse besonders bei der
Umlage der Gemeinkosten, also der nicht unmittelbar einem
Vorgang zuweisbaren Kosten, ihre Stärken. Die damit
ermittelten Werte geben dann exakt Auskunft über den
Kostenanteil der IT.
| IT-Produkte
kalkulieren
Voraussetzung für die IT-Produktkalkulation ist
eine unternehmensweite Einigkeit darüber, was
ein IT-Produkt eigentlich ist. Da hier die Anwenderperspektive
zählen sollte, versteht man unter IT-Produkten
im Wesentlichen: |
|
• |
das Application Management, das heißt
die betriebene und gewartete Applikation beziehungsweise
das Applikations-Cluster inklusive Datensicherung, Archivierung,
Performance-Tuning, grundsätzliche Verfügbarkeit
und gegebenenfalls auch der dazuzurechnende Netzzugang, |
|
• |
das Application Development als eigenständiges
und in der Regel über Manntage zu verrechnendes
Projektgeschäft, |
|
• |
die Desk Top Services, |
|
• |
den Service Desk mit den relevanten Incident- und
Problemmanagement-Prozessen (wobei auch dieses Produkt
oft im „Application Management“ aufgeht), |
|
• |
gegebenenfalls Hardwarekomponenten inklusive Service
wie zum Beispiel die Ausstattung mit Beamer, Konferenztechnik
etc., |
|
• |
in bestimmten Konstellationen Netz beziehungsweise
Netzzugang oder Ports. |
|
|
|
Hinter jedem dieser Produkte steht ein Bündel an
verschiedenen Leistungen. Zum Beispiel müssen für
das Produkt „Application Management“ die Verfügbarkeit,
die Back-up-Prozesse, das Problem-Management, das Aufspielen
von Patches etc. sichergestellt werden. Jede Leistung setzt
sich wiederum aus Prozessen zusammen, die von Mitarbeitern
durchgeführt werden, welche unterschiedlichen Kostenstellen
zugeordnet sind. Eine präzise und vor allem vollständige
Zuordnung aller auf den Kostenstellen erbrachten Leistungen
beziehungsweise Prozesse ist daher die Grundlage jeder korrekten
Produktkalkulation.
Grundregeln bei der IT-Kostenplanung
Vertrieb und IT-Controlling müssen bei der IT-Kostenplanung
und bei der Erstellung von Angeboten eng zusammenarbeiten.
Aufgrund unterschiedlicher Kalkulationslogiken, unzureichender
und dezentral verteilter Informationen über Kosten-
und Ressourcenplanung kann es sonst dazu kommen, dass Erstkalkulation
und Nachkalkulation voneinander abweichen. Um dies zu vermeiden,
ist es erforderlich, dass das IT-Controlling seine Erfahrungen
aus der laufenden IT-Produkt-Kalkulation in die akute Angebotserstellung
mit einbringt.
| Grundsätzlich sind drei Fälle
der Kostenkalkulation zu unterscheiden: |
|
• |
der Request
for Existing Services: die Kalkulation
eines IT-Produkts, das bereits Bestandteil des Standard-Produktkatalogs
ist |
|
• |
der Request for Change:
die Kalkulation einer Veränderung
eines bereits kalkulierten IT-Produkts |
|
• |
der Request for New
Services: die Kalkulation eines bis
dato noch nicht im Standard-Produktkatalog enthaltenen
Produkts |
| Prozesskostenmanagement
mit SAS
Leistungen verursachen Kosten. Aber welche? Wer schnell
und genau darüber informiert ist, welche Kosten
einer Leistung zuzuordnen sind, der ist nicht nur
im IT-Management im Vorteil: Mit SAS Activity-Based
Management, der SAS Lösung für Prozesskostenanalyse,
erfahren Unternehmen auch, ob Produkte profitabel
sind oder wo in der Lieferkette Kostentreiber liegen.
Auch die Kundenprofitabilität lässt sich
mithilfe der Prozesskostenanalyse berechnen: Kunden,
die zur gleichen Zeit am gleichen Ort die gleichen
Produkte kaufen, sind noch lange nicht gleich profitabel.
Zwar ist der Umsatz identisch, doch die Kosten, die
die Kunden verursachen, sind verschieden: Wünscht
der Kunde zeitintensive Beratung? Waren teure Marketing-Maßnahmen
nötig, um den Kunden zum Kauf zu animieren? Hatte
er Beschwerden zu bestimmten Produkten? Mit Antworten
auf diese Fragen können Unternehmen Strategien
entwickeln, die die Profitabilität eines jeden
einzelnen Kunden erhöhen – etwa durch gezieltes
Marketing für profitablere Produkte oder andere
Services.
|
Autorin: Dr. Andrea Marlière, NetCo Consulting
GmbH Lesen Sie hier
den kompletten Artikel, wie er in unserem Kundenmagazin
sas/special 1/2006 erschienen ist.
|