Kundenwert beeinflusst die Strategie:
Eine Studie der Peppers & Rogers Group


Die Studie " Measuring Customer Value in Retail Banking“ von der Peppers & Rogers Group und SAS untersucht den Einsatz der Messung des Kundenwerts bei Banken und dessen Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Besonders im Privatkundengeschäft lassen sich dabei ungenutzte Chancen identifizieren.

Zentrale Aussagen:
• Unausgeschöpftes Potenzial: Banken konzentrieren sich auf Produkte statt auf ihre Kunden
• Fehlende Zuständigkeit für das Thema im führenden Management

Für die Studie wurden 48 Führungskräfte von 18 US-amerikanischen Banken mit einer Bilanzsumme zwischen zwölf Milliarden und 1,3 Billionen US-Dollar befragt. Die Teilnehmer gaben Auskunft über den Einsatz von Kundenwertmessung, den Ermittlungsprozess des Kundenwerts und den Einfluss der Kundenwertmessung auf das Geschäft.

Banken mit Privatkundengeschäft gelten als Pioniere beim Kundenwertmanagement, der Entwicklung von wettbewerbsfähigen Strategien und Technologien zum Aufbau dauerhafter und profitabler Kundenbeziehungen. Dieser Ansatz umfasst die Messung und Analyse des gegenwärtigen und zukünftigen produktübergreifenden Werts des einzelnen Kunden sowie die Ausrichtung des Gesamtunternehmens auf die Beziehungen zwischen Bank und Kunde. Dieses Wissen ist die Grundlage für erfolgreiche Outbound-Vertriebs- und Marketingaktivitäten wie Marketingkampagnen oder für Inbound-Kundenservice.

Für Banken hat es oberste Priorität, den bestehenden Kundenstamm zu halten und mit diesem organisch zu wachsen.


Abb. 1: Prioritäten von Banken

Dieser Fokus führt jedoch schnell zu einer Strategie nach dem Motto: „Soviele Pordukte wie möglich verkaufen“. Dieses Vorgehen kann allerdings potenzielle Gewinne zerstören, wenn Cross-Selling unsystematisch platziert wird.


Abb. 2: Unkontrolliertes Cross-Selling zerstört Profit

Häufig werden dabei unnötige Verluste verursacht. So verzeichnen Privatbanken bei 50 Prozent ihrer Kunden eine negative Profitabilität:


Abb. 3: Profitabilitätsverteilung von Privatbankkunden

Der Studie zufolge haben die Banken großes Vertrauen in ihre Kundenwertmodelle - deren Treffgenauigkeit wurde mit 7,6 Punkten auf einer Skala von 10 angegeben. Dennoch wird das Potenzial der Modelle nicht voll ausgeschöpft: Während mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) der Meinung sind, Kundenwertmessung trage zum Geschäftserfolg bei, waren 44 Prozent unentschieden. Einen Wettbewerbsvorteil durch Kundenwertmessung sahen nur 34 Prozent der Umfrageteilnehmer. 33 Prozent schrieben ihr keinen Wettbewerbsvorteil zu und weitere 33 Prozent wollten sich nicht festlegen. Alle befragten Führungskräfte erkennen die potenzielle Bedeutung der Kundenwertmessung für ihre Banken. Die Art der Messung und die Wahrnehmung ihres Nutzens sind in den einzelnen Finanzinstituten dagegen sehr unterschiedlich: Alle Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihre Bank den Kundenwert aktiv ermittelt und seit durchschnittlich sieben Jahren als Kennzahl für Entscheidungen einsetzt. Bei 67 Prozent der Banken ziehen Führungskräfte des gehobenen Managements den Kundenwert zu strategischen Entscheidungen heran, 78 Prozent setzen diese Kennzahl bei der strategischen Planung ein.


Neuausrichtung der Strategien mit Kundenfokus

Banken sehen in einer wachsenden Kundentreue, Kundenprofitabilität und dem "Share of Wallet" (Anteil am spezifischen Einkaufsvolumen des Kunden) die Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch zeigt die Studie, dass nur 17 Prozent der Finanzinstitute ihre Strategien auf den Kundenwert hin ausrichten.

Auch wenn die meisten Banken heute Verkaufsgelegenheiten anhand des Kundenwerts identifizieren, ist der Einsatz entsprechender technologischer Lösungen bislang eher taktisch als strategisch. 72 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass ihre Banken die Kundenwertmessung einsetzen, um die Effektivität ihrer Marketingkampagnen zu überprüfen. Nur 17 Prozent ziehen sie dagegen zur Messung des Gesamtunternehmenserfolgs heran. Der wichtigste Grund dafür, dass Banken das Gesamtpotenzial einer Kundenwertbeobachtung noch nicht ausschöpfen, liegt in der fehlenden Zuständigkeit für das Thema auf Managementebene: So sehen nur sechs Prozent der befragten Führungskräfte in ihrem Kreditinstitut eine verantwortliche Person für den Kundenwert. „Diese mangelnde Zuständigkeit für das Thema führt zu Fehlern auf Organisationsebene", warnt Michael Lengel, Geschäftsführer der Peppers & Rogers Group. „So richten die meisten Banken Anreize und Entlohnung darauf aus, dass die Mitarbeiter so viele Produkte wie möglich verkaufen. Warum sollte aber der Verantwortliche für den Kreditkartenbereich auf eine Steigerung des Kundenwerts achten, wenn er nach der Anzahl der abgeschlossenen Verträge entlohnt wird? Die Zuständigkeit müsste also sowohl auf Organisations- als auch auf Kundenkontaktebene liegen."

Darüber hinaus erfordert die kundenzentrierte Strategie eine Technologie, die Daten, Prozesse und Personen integriert, um ein einheitliches Bild über den Kunden zu bekommen. Besonders empfehlenswert ist die Einführung einer analytischen Lösungs-Suite basierend auf einem durchgehenden Datenmanagement, die speziell auf den Bankensektor zugeschnitten ist.


Abb. 4: Technologische Voraussetzungen für ein kundenzentriertes Business-Modell


Wesentliche Punkte, die für ein erfolgreiches Kundenwertmanagement beachtet werden müssen:


1. Keine kurzfristigen Maßnahmen ergreifen, die den Wert auf lange Sicht zerstören
Hochwertige Kunden, die bereits gut mit Produkten ausgestattet sind, dürfen nicht überpenetriert werden! Ein Überangebot ist schädlich für eine langfristige Beziehung.

2. Kunden sind die knappste Ressource
Kundenakquisition und Kundenbindung sind keine leichte Aufgabe. Erfolgreiche Firmen fokussieren sich nicht nur auf den Kundenwert, sondern antizipieren Kundenbedürfnisse proaktiv. Um Wert zu schaffen, gilt es, sich in die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen.

3. Beachtung des gegenwärtigen als auch zukünftigen Wert
Vertriebsanstrengungen dürfen sich nicht nur auf Kunden mit einem gegenwärtig hohen Kundenwert, sondern müssen sich auch auf Kunden mit einem hohem Wachstumspotenzial richten.

4. Kurze und langfristige Erträge im Gleichgewicht halten
Auf der einen Seite sind schnelle Umsätze und Marktanteile wichtig. Ebenso wichtig ist es aber, de Kapitalwert der Kundenbeziehung zu messen und zu entwickeln. Besonders Cross-Selling-Maßnahmen müssen dort eingesetzt werden, wo die Profitabilität des Kunden positiv ist.

5. Behandeln Sie unterschiedliche Kunden unterschiedlich
Das Unternehmen muss kundenspezifisch denken und handeln.

Ein kostenloses White Paper mit den Ergebnissen der Studie steht Ihnen unter http://www.sas.de  zum Download bereit.

 

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